Mitarbeiter von App Logik

Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung

Ann-Katrin Roscheck Über uns Kommentieren

Michael Mönke im Gespräch mit App Logik-Gründer Christopher Borchert

Früher war es eine Verbindung zwischen Mensch und Ware, heute hat sich diese erweitert: Mensch, Ware und Maschine. Die Logistikbranche, in der auch BS Mönke mit Arbeitnehmerüberlassungen aktiv ist, ist ein gutes Beispiel dafür, wie Digitalisierung die Arbeitswelt und die Wirtschaft beeinflusst. Was früher unkompliziert händisch gemacht werden konnte, benötigt jetzt ein grundsätzlich technisches Verständnis. Manchmal aber auch bedarf es gar keinen Menschen mehr, um Prozesse zu steuern, sondern die Maschine hat gleich selbst übernommen. Die Covid-Pandemie hat den Speed noch einmal erhöht: Digitalisierung ist so schnell auf dem Vormarsch wie noch nie. Gemeinsam mit Christopher Borchert, Gesellschafter des Krefelder Software-Unternehmens App Logik und BS Mönke-Geschäftsführer Michael Mönke hat unsere Blog-Redaktion über Veränderungen, Chancen und Knackpunkte der Digitalisierung gesprochen.

Digitalisierung bedarf Menschen, die im Hintergrund die technischen Grundlagen schaffen. Bei App Logik arbeiten die Experten der Branche: Entwickler, die das Handwerksinstrument dafür schaffen, dass Digitalisierung voranschreitet. Auch BS Mönke betreut Unternehmen aus der Softwarebranche. Wie erleben Sie den Arbeitsmarkt? Wie schwierig ist es, Experten zu gewinnen?

Christopher Borchert: Die Software-Branche ist hart umkämpft. Als ich 2016 App Logik gründete, befand ich mich gerade in meiner Bachelor-Arbeit. Ich habe damals Freunde und andere Studis gefragt, ob sie gemeinsam mit mir an Projekten arbeiten möchten. Viele sind immer noch in der Firma. Heute arbeiten wir hier bei uns auf dem Campus Fichtenhain mit zwölf Kollegen für App Logik. Noch immer läuft viel über Kontakte: Wenn ich einen Bewerber für uns begeistern möchte, muss ich ihm aber auch etwas bieten. Die Konkurrenz ist sonst einfach zu groß. Bei uns hat fast jeder Mitarbeiter einen schicken Dienstwagen, ich versuche, die Räumlichkeiten überdurchschnittlich zu gestalten, das heißt, dass sie auch technisch immer auf dem neusten Stand sind. Darüber hinaus gibt es kleine Wohlfühlitems wie zum Beispiel frisches Obst für jeden oder ein gemeinsames Mittagessen am Freitag, an dem es südamerikanische Spezialitäten gibt. Auch die Bezahlung wächst mit den Fähigkeiten der Teamkollegen. Unsere Mitarbeiter sind das höchste Gut der Firma, ich muss alles dafür tun, dass ich Sie halten kann.

Michael Mönke: In der Softwarebranche geht es nicht um die typische Mitarbeiterüberlassung oder Zeitarbeit, sondern wir fungieren eher als Headhunter. Wie Christopher schon beschreibt, ist es schwierig, gute Leute zu finden. Dafür werden wir beauftragt. Ich muss ehrlich sagen, dass das für uns eine anspruchsvolle Branche ist, denn die Suchen sind in der Regel sehr herausfordernd. Hier geht es darum, Leute zu finden, die spezielle Programmiersprachen beherrschen, die einen hohen Grad an Fachkenntnis mitbringen und die in der Regel umfassende Berufserfahrung haben. Hier erfordert es von uns viel Geschick und Einarbeitung, mit diesen Menschen in einen professionellen Dialog zu treten, denn wir müssen natürlich selbst fachspezifische Kenntnisse mitbringen. Oft entscheiden sich Unternehmen dann auch, mit Freiberuflern zu arbeiten, auch diese suchen wir für sie. Denn einen Mitarbeiter zu finden, der in der Softwarebranche eine Festanstellung antreten möchte, ist noch schwieriger.
Die andere Möglichkeit ist, dass wir, wie Christopher es auch schildert, junge Menschen direkt aus dem Studium heraus erreichen. Diese können von den Unternehmen noch geformt und dort entsprechend weitergebildet werden. Ich vergleiche das immer ein bisschen mit einer Talentschmiede im Profisport: Auch hier werden talentierte Spieler von Coaches in der Jugend ausgesucht und gefördert, um anschließend in die Profikarriere aufzusteigen.

Christopher Borchert, Gesellschafter „App Logik“

Mit Ihnen beiden sitzen Protagonisten am Tisch, die die Digitalisierung von verschiedenen Seiten erleben. Christopher Borchert, Sie schaffen Software, mit denen diejenigen, die in der Arbeitnehmerüberlassung von BS Mönke wirken, anschließend arbeiten müssen. Können Sie die Situation von der jeweils eigenen Seite beschreiben? Was sind Herausforderungen in Ihren jeweiligen Bereichen?

Michael Mönke: Wenn wir heute einen Mitarbeiter vermitteln, dann braucht er in vielen Bereichen ein technisches Grundverständnis. Nehmen wir noch einmal die Logistikbranche als Beispiel: Ohne die Bedienung eines Scanners oder auch die Bedienung eines Computersystems kommt ein Mitarbeiter heute hier nicht weiter. Immer wieder erleben wir auch, dass firmeneigene Apps bedient werden müssen. Dieser technische Anspruch führt dazu, dass viele Unternehmen jungen Mitarbeitern mehr Vertrauen schenken, weil sie glauben, dass diese ein höheres technisches Grundverständnis mitbringen. Für uns wird es dadurch schwieriger, ältere Menschen zu vermitteln. Manche Tätigkeiten, in denen wir früher Bewerber einsetzen konnten, sind auch inzwischen ganz vom Markt verschwunden: Die Jobs sind durch Maschinen ersetzt worden. Als Beispiel hier dient zum Beispiel der Buchhaltungsposten. Früher war die Buchhaltung in großen Unternehmen oft gleich durch mehrere Mitarbeitende besetzt, durch die Digitalisierung wird deutlich weniger Man-Power benötigt.

Christopher Borchert: Für uns ist der Anspruch, Systeme zu schaffen, die der Durchschnitt der Menschen bedienen kann. Wir stehen also wirklich auf der anderen Seite, denn zum Beispiel die Bewerber von BS Mönke sollten unsere Systeme unkompliziert anwenden können. Exemplarisch möchte ich hier ein System nennen, das wir für einen großen Träger im Pflegebereich entwickelt haben. Über das von uns entwickelte System können Pflegekräfte unkompliziert Übergaben, Dokumentationen oder auch Kommunikationen über das Smartphone abwickeln. Das vereinfacht die internen Prozesse und hat auch auf externe Seiten Einfluss: Bei Krankenkassen beispielsweise lassen sich so einfacher Dokumente einreichen. Unser Anspruch an Digitalisierung ist dabei immer „so einfach wie möglich!“.

Michael Mönke von BS Mönke hat den Startschuss zum Bloggen gegeben
Michael Mönke, BS Mönke Geschäftsführer

Zum Abschluss: Was finden Sie gut an der Digitalisierung? Was stört Sie?

Christopher Borchert: Für mich ist die Digitalisierung natürlich das Fundament meines Unternehmens. Wir sorgen ja für die Digitalisierung. Auf der anderen Seite finde ich es sehr sexy, dass ich alles übers Smartphone machen kann. Inzwischen geht der Trend zu cloudbasierten Lösungen: Das heißt, ich brauche oft noch nicht mal mehr eine App, sondern kann alles problemlos über den Browser machen. Ich könnte also theoretisch mit meinem Handy am Strand oder auf dem Sofa liegen und mein gesamtes Unternehmen steuern. Das ist schon verdammt cool.

Michael Mönke: Auf der einen Seite genieße natürlich auch ich, dass viele Prozesse unkomplizierter und schneller geworden sind, auf der anderen Seite schafft das aber auch oft eine Erwartungshaltung. Wir gehen ins Netz, wir klicken auf einen Button und wir bekommen unser neues Lieblingsteil direkt nach Hause geliefert. Übertragen auf unsere Branche bedeutet das aber, dass die Bewerber diese Schnelligkeit auch im Kommunikationsprozess mit uns erwarten. Das ist anspruchsvoll und manchmal entwickelt sich dadurch auch eine verzehrte Wahrnehmung. Digitalisierung im Bewerberprozess hat für mich auch eine gefährliche Note: So ein Treffen wie hier, an dem Christopher und ich an einem Tisch sitzen, uns mit allen Sinnen wahrnehmen, ist wertvoll. Bewerber müssen nicht nur die richtigen Fähigkeiten mitbringen, um in einem Unternehmen zu landen, sondern sie müssen auch zu den Kollegen innerhalb einer Firma, zur Philosophie und zum Geist des Unternehmens passen. Das dürfen wir trotz der Digitalisierung nicht aus dem Blick verlieren.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Redakteurin

Mein Name ist Ann-Katrin Roscheck, ich bin freiberufliche Redakteurin und Fundraiserin und wirke bei BS Mönke als leidenschaftliche Geschichten-Erzählerin. Egal, ob ich Ihnen in Form von Servicebeiträgen die 5 besten Tipps fürs Bewerbungsgespräch gebe, die Story einer geglückten Langzeitvermittlung erzähle oder aber mit Stift und Zettel Ihren nächstmöglichen Arbeitsplatz porträtiere – mir ist wichtig, dass für Sie das, was ich schreibe, lesenswert wird. Sie haben Themenwünsche für den BS Mönke-Blog? Schreiben Sie mich an, ich nehme Ihre Vorschläge gerne auf!

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